Vier gewinnt! Die novum buche Sieger stehen fest

Ein Fußboden, zwei Lampen und ein Stuhl haben das Rennen für sich entschieden und zeigen, dass die Neuinterpretation von Klassikern und der Umgang mit traditionellen Technologien ganz bestimmt nicht von gestern sind.

  

190 Einreicher in zwei Kategorien, das ist die erfreuliche Bilanz von novum buche. Der Designwettbewerb des Fachverbandes der Holzindustrie und der Landwirtschaftskammer Österreich verfolgte das Ziel neue Ideen und Anwendungsbereiche für die Rotbuche zu finden. „Wir wollen mit diesem Wettbewerb, neben der Unterstützung von neuen Designs, vor allem die Wertschöpfung in den heimischen Wäldern steigern“, betont Vizepräs. ÖR Johann Resch, Vorsitzender des Forstausschusses der LK Österreich.

Das Interesse unter den DesignerInnen war groß und so nahmen rund 160 nationale und internationale Projekte am Wettbewerb in der Kategorie Produktfindung teil. Nach der Siegerprämierung in der Kategorie Objektfindung wurden am 10. Mai 2012 auch die Gewinner des Produktfindungswettbewerbes bekannt gegeben.

Wer gewonnen hat, wurde im MuseumsQuartier Wien verkündet

Die Entscheidung der Jury für den ersten Platz fiel mit „FantasyLine®“ auf die Neuinterpretation der Massivholzdiele. Johann und Oliver Schweitzer (Sperrholz Schweitzer GmbH) ist es mit „FantasyLine®“ gelungen, die natürlichen Vorteile der Buche wie Struktur und Farbe zu unterstreichen und bisherige Nachteile wie Schwind- und Quellverhalten durch das anspruchsvolle Herstellungsverfahren zu bewältigen.

Platz 2 sicherte sich das Duo Fabian Bartelt und Ferdinand Pechmann mit der Stehlampe „Lux Fargus“. Ein leicht anmutendes und zeitgemäßes Produkt, so lautete das Urteil der Jury. „Lux Fargus“ ist ein Musterbeispiel für den Einsatz gebogener Buche in der Produktgestaltung.

Mit „Woody one“ belegt die Rückbesinnung auf einen Klassiker der Bugholztechnologie den 3. Platz. Der Bugholzstuhl von Angelika Ebster und Berthold Mursch überzeugte mit der Idee das Profil in zwei Hälften aufzuspalten.

Neben dem Siegertreppchen vergab die Jury auch einen Anerkennungspreis, der an das Projekt BL 2.0 von Gary Summer ging. Die Lampe, die einer angriffslustigen Kobra gleicht, beweist die einzigartige Biegsamkeit des massiven Werkstoffs Buche.

Zu den Preisträgern:
Produktfindungswettbewerb
Objektfindungswettbewerb


Strahlende Sieger und Branchenvertreter

Wettbewerbe wie novum buche sind für die Forst- und Holzwirtschaft ein wichtiger Impuls. Karl Polz, Sprecher der österreichischen Laubholzsäge-Industrie betont, „die Bedeutung der Buche darf in Österreich nicht unterschätzt werden. Sie ist die zweithäufigste Nutzbaumart und zu 90% ein Exportartikel für die weltweite Möbelindustrie. Die rund 150 österreichischen Laubholzsäger haben den Umgang mit diesem Rohstoff perfektioniert, aber das alleine reicht nicht aus. Es braucht frische Ideen im Umgang mit diesem Werkstoff und daher war dieser Wettbewerb ein wichtiger Schritt zur Bewusstseinsbildung.“

Die vermehrte Nutzung der Rotbuche und vor allem der nachhaltige Einsatz von Wertholz ist auch den Forstbesitzern ein Anliegen. „Die Rotbuche lief Gefahr aus der Mode zu kommen“, erklärt DI Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, „dabei ist das Holz mit den unterschiedlichen Färbungen so vielseitig einsetzbar. Die Aufgabe von uns Forstbesitzern ist es, den Wertholzanteil zu steigern und hier sind wir auf einem guten Weg. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Buchenwälder ist mir ein wichtiges Anliegen und Wettbewerbe wie novum buche bestärken mein Bestreben.“
Welchen Stellenwert die Buche unter österreichischen Designern und Produktentwicklern hat, zeigte die rege Teilnahme am Wettbewerb novum buche. Die eingereichten Projekte zeugten von großer Ideenvielfalt und überraschten mit der einen oder anderen Anwendung. „Es war erstaunlich was Design-KollegInnen und StudentInnen alles mit diesem Werkstoff angestellt haben. Von Wandverkleidungen bis Kinderwiegen war alles dabei. Das machte die Entscheidung nicht leichter aber jedenfalls spannender. Was mir im Speziellen gefallen hat, war, dass sich viele auch auf die Besonderheiten der Buche eingelassen haben und nicht einfach einen Entwurf und einen Werkstoff vereint haben, sondern eben mit dem Holz gearbeitet haben“, resümiert Juryvorsitzender Martin Ballendat.

Die Ausstellung zum Wettbewerb

Die spannendsten 50 Einreichungen sind noch bis zum 25. Mai im designforum Wien
ausgestellt. Die Ausstellung kann von Mittwoch bis Freitag jeweils zwischen 10.00 und 18.00 Uhr und samstags sowie sonntags zwischen 11.00 Uhr und 18.00 Uhr im designforum Wien, MQ Museumsplatz 1 besichtigt werden. Der Eintritt ist frei!